„Es wird nicht mehr zurückgeschossen...“ Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Münnerstadt und Mainfranken

Abendvortrag von Dr. Daniel Karch, M. A., im Rahmen des Schönborn-Kollegs
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Aula des Gymnasiums Münnerstadt
Dr.-Ortloff-Weg 1
97702 Münnerstadt

Als auch Mainfranken in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs, erstmals nach 1866, wieder zum Kriegsschauplatz wurde, war zwar militärisch längst klar, dass dieser Krieg, der 1939 mit der Lüge Hitlers begonnen hatte, wonach seit 5:45 Uhr „zurückgeschossen“ werde, „verloren geht“. Dennoch wurde von jedem Deutschen erwartet, dass er „jedes Opfer, das von ihm gefordert wird und werden muss, auf sich nimmt.“

Mit solch fanatischen Durchhalteparolen, mit Gewalt und einer zutiefst menschenverachtenden Einstellung steuerte die NS-Führung das Land in den Untergang.

Obwohl der Krieg längst entschieden war, starben in keiner Phase so viele Soldaten wie in diesen letzten Monaten. Hinzu kamen die fast täglichen Luftangriffe, welche immense Verwüstungen nach sich zogen und zahlreiche zivile Opfer forderten, sowie der bis zuletzt schier unerbittliche Terror des NS-Regimes, Hunger und Not, Flucht und Vertreibung.

Der Vortrag blickt auf die Endphase des einst so fern scheinenden Krieges, der spätestens seit Ende März 1945 für die Bewohner Mainfrankens und Münnerstadts immer gegenwärtigere Formen annahm. Doch bis zuletzt wehrte man sich auch hier, im Raum zwischen Rhön und Saale, zum Teil noch blindwütig gegen die unausweichliche Niederlage. Warum?

Angaben zum Referenten

Daniel Karch wurde 1978 in München geboren. Nach der Schulzeit in Bad Königshofen im Grabfeld, dem Abitur sowie der Wehrdienstzeit in Mellrichstadt und Ulm, studierte er Germanistik, Geschichte, Politik- und Sozialwissenschaften an der JMU Würzburg.

Magister- und Staatsexamen 2005/06. Anschließendes Promotionsstudium in Neuerer und Neuester Geschichte an der JMU Würzburg; Forschungsaufenthalte in den USA 2006/07. Seit 2008/09 Gymnasiallehrer im staatl. Schuldienst; seit 2013/14 Studienrat am Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium. Forschungsschwerpunkte: Gewaltgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts; filmische Quellen in der historischen Forschung und dem Geschichtsunterricht.