Der Eichenprozessionsspinner – eine haarige Gefahr für Eiche und Mensch
Der Eichenprozessionsspinner ist ein nachtaktiver Schmetterling. Er ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Schäden verursachen die Raupen, indem sie die Blätter der Eiche fressen. Bei einer Massenvermehrung können sie ganze Eichenbestände kahlfressen. Neben den forstwirtschaftlichen Schäden geht von den Raupen aber vor allem auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die menschliche Gesundheit aus. Die stark behaarten Raupen besitzen winzig kleine Brennhaare, die bei Hautkontakt oder bei Einatmen schwere allergische Reaktionen auslösen können.
Die Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt/S erklärt:
Die Anwesenheit des Eichenprozessionsspinners ist eine waldtypische Gefahr, die jede Person beim Besuch eines Waldes in Kauf nimmt. Wie z.B. auch durch Totholz in den Kronen, abgestorbene Bäume oder unebenes Gelände) . Waldbesitzende sind hier nicht haftbar – es besteht keine Verkehrssicherungspflicht. Ausnahme bilden Erholungsschwerpunkte z.B. Sitzgruppen.
Verhaltenshinweise an Aktive im Wald
- An Waldbesuchende: bleiben sie bitte in befallenen Bereichen auf Waldwegen und leinen sie ihre Hunde an
- Als Waldbesitzende: schauen sie ihre Waldbestände an und markieren sie stark befallene Bereiche an Erholungsschwerpunkten (Warnschilder)
- Als Brennholzaufarbeitende: bitte beim Bearbeiten ihres Eichenbrennholzes besondere Vorsicht walten lassen und gegebenenfalls Schutzausrüstung tragen
- Im Wald Arbeitende: seien sie aufmerksam bei Alteichen im Bestand. Begutachten Sie auf Befall und tragen Sie Arbeitsschutzkleidung.
- Weitere Hinweise finden Sie unter: https://www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/066204/
Ergänzende Tipps vom Gesundheitsamt Rhön Grabfeld
- Halten Sie Abstand! Nehmen Sie Absperrungen und Warnhinweise ernst und meiden Sie befallene Bereiche.
- Berühren Sie auf keinen Fall Gespinstnester oder Raupen! Die feinen Brennhärchen können bei direktem Kontakt schwerwiegende Gesundheitsbeschwerden verursachen.
- Beseitigen Sie Gespinstnester niemals selbst! Informieren Sie Ihre Gemeinde, wenn Sie einen Befall durch den Eichenprozessionsspinner feststellen. Die Nester müssen ggf. durch Fachfirmen unter strengen Schutzvorkehrungen beseitigt werden.
- Achten Sie auf mögliche Symptome! Suchen Sie bei starken oder anhaltenden Beschwerden nach einem möglichen Kontakt zum Eichenprozessionsspinner Ihren Arzt auf, dieser kann Sie medizinisch beraten und ggf. behandeln.